· 

No 19 Antwerpen – Brüssel

Dreizehn Kilometer Schnur gerade aus Antwerpen raus. Neben acht Spuren Strasse. Stinkig, lärmig und alle paar hundert Meter eine Lichtsignalanlage mit gefühlten zehn Minuten rot Fase. Auch dreizehn Kilometer sind einmal vorbei und in Willebroek wird gerade eine imposante Zugbrücke hochgefahren um ein Frachtschiff durch zu lassen.
Die Fahrradwege sind schlecht. Viele Löcher, Rillen, Absätze und Kanten wo du gut aufpassen musst.
Nach keinen fünfzig Kilometer komme ich zum Atomium.
Wikipedia: Das Atomium ist ein in Brüssel für die Expo 58 errichtetes 102 m hohes Bauwerk. Es stellt eine aus neun Atomen bestehende stark vergrößerte kubische Zelle des Kristallmodells des Eisens dar. Drei Atome einer Raumdiagonale bilden als Hohlkugeln zusammen mit den sie verbindenden Linien (Rohre) einen Aussichtsturm, um den herum die anderen sechs Atome und ihre gegenseitigen Verbindungen angeordnet sind.
Das Atomium wurde als Symbol für das Atomzeitalter und die friedliche Nutzung der Kernenergie vom Ingenieur André Waterkeyn entworfen und von den Architekten André und Jean Polak ausgearbeitet und errichtet
.
Schon als Kind hat mich das Atomium mit seiner Grösse und Bauart imponiert und nun mit dem Fahrrad hierher zu fahren um es anzuschauen ist für mich schon speziell. Leider konnte ich nicht ins Innere und den Aussichtsturm, da ich das Fahrrad und die Taschen nicht unbeaufsichtigt stehen lassen wollte.
Von nun an musste ich mich voll auf mein Navy verlassen können, denn es ging durch diverse Vorstadtquartiere von Brüssel Richtung Zentrum. Ich war mir nicht immer ganz sicher in welchem Land ich mich befand. War es irgendwo in Ägypten oder nun plötzlich in Schwarzafrika. Gerochen hat es auch wie in in diesen Ländern.
Im Zentrum von Brüssel dann viele, sehr viele Leute. Ich mit dem Fahrrad mittendrin. Nach weiteren fünfzehn Abzweigungen stand ich beim Manneken Pis
Wer kennt sie nicht die 61 Zentimeter hohe Bronzestatue an der Ecke rue de l’Etuve/Stoofstraat, rue des Grands Carmes/Lievevrouwbroerstraat und rue du Chêne/Eikstraat. Sie wurde 1619 von dem Brüsseler Bildhauer Jérôme Duquesnoy geschaffen und pisst immer noch mit gesundem Strahl vor sich hin.

Heute Abend darf ich bei einer ehemaligen Nachbarin vom Kunoweg und ihrem Mann übernachten. Sie gewähren mir in ihrer sehr schönen und schmuck eingerichteten Brüsseler Wohnung ihr Gastrecht. Wir haben uns vierzehn Jahre nicht mehr gesehen, zum Glück gibt es Facebook so blieb der Kontakt bestehen. Es ist schön von alten Zeiten zu erzählen und zu erfahren was in den vierzehn Jahren so alles passiert ist.

Ich habe meine Reisepläne kurzfristig geändert. Die Idee nach Luxemburg zu fahren hat folgendes Problem aufgezeigt. In den Ardennen gibt es nur sehr wenig Übernachtungsmöglichkeiten und wenn, in einem Schloss zu 250 Euro die Nacht. Ich will das Risiko ohne Bett dazustehen nicht eingehen und fahre somit Richtung Osten nach Lüttich. Von dort habe ich im Sinn noch weiter östlich wieder nach Deutschland und dann Richtung Süden zu fahren.

Ein paar Zahlen:
52.93 km gefahren
schönes Wetter, leicht bewölkt
17°C min. Temp
23°C max. Temp
20°C durchsch. Temp
257 m positive Höhendifferenz
199 m negative Höhendifferenz
15.4 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
36.5 km/h max. Fahrgeschwindigkeit

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Michael & Rebecca (Freitag, 12 Juli 2019)

    Super, dass Du in Deiner Reiseplanung so flexibel bist. Obwohl, eine Nacht als Schlossherr mit eigenem Gespenst ... ;-)

    Michael macht sich heute auf den Weg nach Duxford, GB und freut sich auf eine ganz spezielle Airshow für Flugzeugbegeisterte. Falls Du Zeit für einen Blick hast: flyinglegends.com