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No 13 de Raayhof - Metern

Da die Temperaturen nicht mehr hoch sind, kann ich nun auch etwas später aufbrechen. Im de Raayhof wurde mir noch ein schön angerichtetes, mit frischen Erdbeeren verziertes Frühstück serviert. Der Himmel ist bedeckt aber nicht mehr so kalt wie gestern. Wärmeschutz ist aber bei 16 Grad gleichwohl angesagt. So startete ich ca. um halbacht Richtung Arnheim. Schon bald musste ich die erste Fähre nehmen. Zusammen mit allen Pendlern fuhr ich auf die Fähre und nach ein paar Minuten auch schon wieder runter. Der Pendlerstrom setzte sich Richtung Arnheim in Bewegung und es gesellten sich immer mehr dazu. Bald war ich in Mitten einer grossen Schar Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer. Nun hiess es Obacht geben, denn mit meinen Taschen bin ich weder der Schnellste noch der Wendigste. Ich konnte mich in die Massen integrieren und kam unbeschadet durch Arnheim durch. Unbedingt musste ich natürlich «Die Brücke von Arnheim» fotografieren, wie oft schon habe ich diesen Film gesehen? Es scheint mir aber, dass es nicht mehr die originale Brücke von 1945 ist, denn der Unterbau sieht nun von weitem anders aus.
Der Rheinradweg «EuroVelo 15» oder «Rijnfietsroute» wie er in Holland heisst, führt zick zack durchs Land. Alle gefühlten paar hundert Meter muss man einen Haken schlagen und die Himmelsrichtung ändern. Irgendeinmal wurde es mir zu bunt und ich nahm die «Abkürzung». Wie es aber so ist mit Abkürzungen, nicht jeder direkte Weg ist der schnellste Weg. Und so musste ich eine solche «schlaue Abkürzung» bitter bezahlen. Über mehrere Kilometer drehte ich eine fast 360 Grad Schlaufe, bis ich wieder auf der Strecke war auf der ich eigentlich auch sein sollte.
Dafür bekam ich aber auch etwas geboten. Die Holländer haben ein Flair für schöne Häuser und gepflegte Gärten. Da steckt sehr viel Arbeit dahinter. Interessant sind die Reetdächer. Einige gerade, andere geschwungen und dann die speziellen, welche unten ein paar Rheine Ziegel und oben Reed haben. Ich habe natürlich nachgefragt und mir wurde plausibel geantwortet, dass das Reed als billiges Material hier wächst und so natürlich verarbeitet wurde. Hatte jemand dann ein wenig Geld gespart, so investierte man in zwei, drei Reihen Ziegel. So kommt es, dass es diese «Misch-Dächer» gibt.
Nach 85 Kilometer schaute ich in Geldermalsen ob es via booking.com im Umkreis von 20 Kilometer eine freie Unterkunft hätte. Und siehe da, nur gerade 3 Kilometer entfernt in Metern fand ich ein B&B mit dem Namen ‘t Pakhuis. Ein nettes, pensioniertes Ehepaar betreibt das B&B. Sie luden mich sofort zu etwas Trinken ein und waren sehr gesprächig. Auch den Garten darf ich benutzen, so schreibe ich nun draussen auf der Terrasse diesen Blog. In der Zwischenzeit wurde mir sogar ein Bier hingestellt, ich nahm es mit Freuden an.

PS. Heute habe ich die 1'000 Kilometer Marke überschritten.


Ein paar Zahlen:
87.0 km gefahren
zuerst bewölkt, dann sonnig
16°C min. Temp
29°C max. Temp
21°C durchsch. Temp
207 m positive Höhendifferenz
208 m negative Höhendifferenz
18.3 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
34.2 km/h max. Fahrgeschwindigkeit

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Kommentare: 3
  • #1

    Michael (Freitag, 05 Juli 2019 19:12)

    Lieber Tinu!

    Schöne Bilder, interessanter Abschnitt. Die Holländer haben wirklich ein Händchen für tolle Gärten und sind definitiv ein interessantes, kreatives und liebenswertes Völkchen. Aber Bier können Sie nicht!!! Daher Obacht!!! �
    Weiterhin gute Fahrt und viel Spaß!!!

    Viel Grüße aus Hilden!

  • #2

    Margaretha (Freitag, 05 Juli 2019 19:17)

    Glückwunsch zur 1000 km Grenze Überschreitung. Wir schmachten in der Hitze. Es scheit, dass Du die richtige Zeit zum Radeln auserwählt hast. Gruss vom Aarestrand

  • #3

    Chrige u Thomas (Freitag, 05 Juli 2019 21:37)

    Gäu Holland isch wunderschön mit dene sehr schön gepflegte Hüser u Gärte. Gniess die gägend no. Liebe gruess us Gäuterfinge