Nach einem ausgiebigen Nachtessen mit Sommer’s, einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück, ging es bei kühlen 11 Grad auf die Piste. Lange Hose und Wind-Stopper mit langen Ärmeln waren
angesagt. Wie so oft traf ich ausser ein paar Gassifrauchen und -herrchen niemanden auf meiner Route an. Ich genoss die Stille und die Natur, denn ich kam bei mehreren Naturschutzgebieten mit
einer enormen Vielfalt an Wasser- und Greifvögel vorbei. Auch sah ich hunderte von Feldhasen. Das ist nicht übertrieben, denn so etwas habe ich noch nie gesehen! Dem ganzen Damm entlang waren sie
am Grasen. Ich konnte verschiedene Typen von Hasen ausmachen. 1. Typ Angsthase; Bei meinem Anblick sofort und mit absoluter Höchstgeschwindigkeit ab ins nächste Gebüsch. 2. Typ vorwitziger Hase;
Erst mal Ohrenspitzen und abwarten, diese komischen Dinger kommen ja jeden Tag hier vorbei, vielleicht ist dieses hier ja auch nicht gefährlich. 3. Typ verspielter Hase; Nicht direkt abhauen,
sondern zuerst noch ein paar Mal hochhüpfen, eventuell den Nachbarn noch anrempeln und erst danach ab in die Büsche. 4. Typ schlauer Hase; Ganz flach hinlegen, Ohren eng anlegen, im Wissen der
gelbe Typ da kann mich nicht sehen, er kann mich unmöglich sehen, ich bin ja unsichtbar. Wie kleine Kinder, welche sich die Augen zuhalten und mit Bestimmtheit wissen, dass sie nun für alle
unsichtbar sind.
So erfreute ich mich über die Hasenaktivitäten und radelte dabei an Rheinberg, Wesel und Birten vorbei bis Xanten.
In Xanten, eine schöne Kleinstadt mit einem grossen Dom, machte ich eine Pause und trank auf dem Marktplatz einen Kaffee.
Es ging weiter über Wardt, Niedermörmter, Emmerich (auf der anderen Seite des Rheins) nach Kleve und dann über die holländische Grenze nach Millingen am Rhein. Dort noch mit der Fähre übergesetzt
und nach weiteren sieben Kilometer kam ich in de Raayhof an. De Raayhof ist ein Bauernhof, welcher mit viel Liebe und Können zu einem wunderschönen B&B umgebaut wurde. Der Übernachtungspreis
ist relativ hoch, aber bedingt durch die Ausstattung und Ambiente durchaus gerechtfertigt. Einziger Nachteil, da es ein B&B ist gibt es kein Nachtessen und ich muss noch einmal etwa drei
Kilometer ins nächste Dorf radeln, wenn ich etwas in den Magen will. Aber was soll’s.
Ein paar Zahlen:
93.6 km gefahren
Leicht bewölkt, am Morgen frisch, dann wärmer
11°C min. Temp
35°C max. Temp
18°C durchsch. Temp
124 m positive Höhendifferenz
120 m negative Höhendifferenz
18.5 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
40.6 km/h max. Fahrgeschwindigkeit
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Margaretha (Donnerstag, 04 Juli 2019 18:05)
Welch imposannte Natur und erst noch bei angenehmen Temperaturen. Geniess es weiter und halt die Ohren Steiff, wie die Kanienchen
Pesche Zbinden (Donnerstag, 04 Juli 2019 18:11)
Ja Tinu
Jitze muesch de uf "Nederlandstalig" schnabuliere ;-)
Leuke Reis met de Fiets over de Fietspaden. en wees vorzichtig voor Bromfietsen ;-)
eMänu (Sonntag, 07 Juli 2019 21:40)
Hasenkunde gibt Daumen hoch! :D
Und das B&B sieht von aussen sehr schön aus - da nimmt man sicher auch die 3km fürs Essen am Abend in Kauf. Hoffe es war lecker, wobei die Deutschen sich da normalerweise nicht lumpen lassen.