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No 07 Mainz - Rhens

Wieder früh raus, es soll ja wieder heiss werden. Diesen Standard-Satz kann ich vermutlich noch ein paar Tage verwenden. Das ist nun der sechste Tag ohne eine Wolke am Himmel, einem Wärmegewitter oder was auch immer, schon sehr speziell.
Der Weg raus aus Mainz führte durch diverse Quartiere, einem Wald, Schrebergärten Siedlungen und schon bald war ich wieder am Rhein. Gegenüber dem Oberrhein, zwischen Basel und Mainz, wird nun der Mittelrhein und sein Umfeld interessanter. Wo zuvor Wälder und Auen den Tag bestimmten
(alles sieht gleich aus und das Blickfeld ist eingeschränkt), folgen nun Rebberge, Obstplantagen und unzählige Burgen und Schloss ähnliche Bauten entlang des Rheins. Auch folge ich nun dem mit Fracht- und Passagierschiffen befahrenen Fluss, was das Ganze natürlich viel interessanter macht.
Lange habe ich auf die Loreley gewartet und nun lag sie vor mir. Es ist zwar «nur» ein Felsen aber mit Liedern und Gedichten zu etwas viel Grösserem gemacht worden. So kann man z.B. in Wikipedia lesen;
Loreley ist seit Clemens Brentanos in seinem Roman Godwi (1801) in Balladenform erzählten Kunstmärchen Lore Lay auch der Name einer Zauberin oder Nixe auf diesem Felsen. Brentanos Erfindung hatte auf der Stelle eine so starke Rezeption, dass schon vor der Mitte des 19. Jahrhunderts seine Erzählung als alte Sage (als „Märchen aus alten Zeiten“, siehe die Lore-Ley von Heinrich Heine) stilisiert wurde. Allerdings ist der bei Brentano, Heine und anderen erzählte Inhalt dieser Schein-Sage deutlich mit schon aus der griechischen Mythologie bekannten Mythologemen verknüpft, etwa dem der Nymphe Echo, die in einen Felsen verwandelt wird, dem des Zauberblicks, wogegen der Angeblickte wehrlos ist, oder dem für Schiffer verderblichen Gesang der Sirenen. So zieht auch Brentanos Lore Lay mit ihrer Schönheit jeden Mann an und bringt ihn damit zu Tode. Dies konkretisiert Heinrich Heine durch die im Rhein verunglückenden Schiffer, die vom Gesang der Loreley abgelenkt sind.

Als ich da vorbeigefahren bin und ein Selfie gemacht habe, da sah ich tatsächlich ganz kurz die Lore Lay, sie kämmte gerade ihr goldenes Haar und sonnte sich in der Sonne. Zugegeben, ich sah sie nur ganz kurz, denn wie die Fasane am frühen Morgen im Feld, verschwand sie augenblicklich in den Wellen des Flusses als sie meinen Blick bemerkte.

Ich musste alle paar Kilometer anhalten um wieder eine Burg oder ein Schiff zu fotografieren, die Abwechslung machte aber Spass. Als dann noch die Feuerwehrautos mit ihren Bootsanhängern auf einem Parkplatz standen, musste ich natürlich doppelt so gut schauen. Ja und da waren sie, fünf Feuerwehrboote welche, so vermute ich, mit ihrer Besatzung eine Bootsführerausbildung absolvierten.

Ich kam wieder gut voran und so war ich kurz nach Mittag in Rhens und ich checkte beim Hotel roter Ochsen ein. Vom Chef und einem Mitarbeiter wurde ich nett empfangen. Wir kamen sofort ins Gespräch. Fahrradfahren, Jagdhunde und die Revierjagd waren nur ein paar der Themen. Anschliessend Kleiderwäsche, duschen, das selbe Prozedere wie jeden Tag. Da ich im Zimmer nur knapp Internetempfang habe, dislozierte ich in den Biergarten. Bier bestellen, Laptop starten und dann heulte die Sirene unmittelbar neben dem Hotel los. Wie vielerorts in Deutschland und Österreich wird die freiwillige Feuerwehr noch über Sirenen alarmiert. Die Alarmierung mit Pager, Handys oder anderen Alarmierungsmittel ist vermutlich aus Kostengründen noch nicht flächendeckend umgesetzt. Zurück zur Sirene, kaum war das dreimalige An- und Abschwellen der Sirene verstummt, hörte man auch schon die ersten Feuerwehrfahrzeuge mit Martinshorn ausrücken. Es hörte nicht mehr auf, in den nächsten zehn Minuten hornten sicher zehn bis fünfzehn Einsatzfahrzeuge in der Nähe vorbei. Da der Biergarten in einem Innenhof liegt war mir die Sicht durch dicke Mauern nach draussen verwehrt. Wer mich kennt weiss, dass dieser Umstand sehr hart für mich war.
So das wär’s für heute, morgen geht es über hundert Kilometer nach Köln und es soll..... genau, heiss werden.

Ein paar Zahlen:
87.3 km gefahren
Schönes, heisses Wetter, wolkenlos
13°C min. Temp
40°C max. Temp
23°C durchsch. Temp
167 m positive Höhendifferenz
195 m negative Höhendifferenz
18.4 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
33.1 km/h max. Fahrgeschwindigkeit

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Kommentare: 5
  • #1

    Maria + Jörg (Samstag, 29 Juni 2019 19:16)

    Es macht mega spass deinen blogg zu lesen. Interessant und witzig zugleich. Ümeler wir wünschen dir weiterhin gute fahrt.
    Gruss von Bremgarten

  • #2

    Pesche Zbinden (Samstag, 29 Juni 2019 19:42)

    Das heimelet mir rächt. Nid nume wäge der Loreley aber wägem "Bach" (Rhein) wiemer aube gseit hei. Ig finde äs toll, dass du trotz dere Hitz noch Luscht und Muse hesch dä interessant Blog z'schribe.

  • #3

    Hortense und Babi (Samstag, 29 Juni 2019 20:11)

    Hoi Mani
    Wir haben deinen Bloc mit Interesse gelesen, wir kennen diese Strecke vom Schiff und von Bahn aus.
    Alles Gute weiterhin!

  • #4

    Wengers (Sonntag, 30 Juni 2019 12:27)

    Es ist immer sehr spannend was du zu erzählen weisst. Wir warten jeden Tag auf den Bericht. Immer dieser blaue Himmel wird fast langweilig �. Aber die Hitze macht dir sicher mehr zu schaffen. Wir sind ja nun wieder zu Hause und finden dass die Temperatur in Andalusien viel angenehmer war. Ja nu sind aber trotzdem wieder gerne zu Hause. Also bis morn u häb Sorg viu trinke.

  • #5

    Verena Wisler (Sonntag, 30 Juni 2019 13:21)

    Hallo Tinu, sehr interessant was du da machst und mega schön! Wenn man den Bericht liest ist man automatisch mit dir auf der Reise... weiterhin gute Fahrt und schöne Begegnungen. Lieben Gruss, Verena