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No 03 Weil am Rhein - Rust

Das heisse Wetter ist in allen Medien und Munde. Ich will mich aber dadurch nicht gross beeinflussen lassen, denn schliesslich hatte ich letztes Jahr dieselben Temperaturen an der Donau auch schon erlebt. Ich muss einfach wieder diesen Modus einschalten, der heisst: «Am Morgen vor sieben raus und am Mittag am neuen Ort sein». So kann man die Hitze einigermassen umgehen und setzt sich nicht unnötigen, gesundheitlichen Risiken aus.
Somit heute vor Sieben raus aus Weil am Rhein, natürlich im obligaten Morgenverkehr. Aber schon nach ein paar Kilometer führte mich der Radweg an den Rhein wo ich bis auf ein paar Fahrradpendler und Gassi Herrchen mutterseelenallein gegen Norden pedalte.
Der rechtsufrige Radweg führt durch eine idyllische Auenlandschaft, welche bei Hochwasser als Überflutungszone dient. Diverse Warnschilder weisen auf eine mögliche Gefahr hin. In letzter Zeit haben die Hochwasserschutzverantwortlichen zusätzliche riesige Entlastungsbecken ausgehoben, in welche sich der Rhein durch einen Dammeinschnitt bei Hochwasser ebenfalls ergiessen und ausdehnen kann. Die Wucht des immer schneller fliessenden Wassers kann so zusätzlich abgebremst und gedämpft werden.
Der Rheinradweg ist in diesem Streckenabschnitt zu 95% unbefestigt aus gepresstem Kies oder Waldboden. Man kommt aber gut voran, muss einfach immer ein Auge auf plötzlich auftauchende Schlaglöcher halten. Aber staubig ist das Ganze schon. So musste ich bei der Ankunft in der Pension zuerst mit einem Wasserschlauch die Packtaschen und das Fahrrad abspritzen, so dass ich nicht den ganzen Staub mit aufs Zimmer nahm. Unter der Dusche ist dann auch das Bein-Peeling langsam abgeflossen.
Nach 60 Kilometer machte ich in Breisach eine längere, halbstündige Pause um wieder genügend Flüssigkeit, Zucker und Koffein in den Körper zu kriegen.
Die letzten 34 Kilometer waren dann recht schnell geschafft. Schon von weitem sah ich die Silhouette welche wohl fast jeder Schweizer kennt, die hoch aufragenden Bahnen des Europa Parks Rust.
Direkt neben dem Europapark liegt die Pension Yvonne Sigg. Alle zwei Minuten hört man das Kreischen und Schreien der Leute auf dem Silver Star, wobei das weibliche Gekreisch eindeutig dominiert. Die Pension ist natürlich sehr familienfreundlich mit Themenzimmer, wie könnte es anders sein, und so nächtige ich diese Nacht im Flamingo-Zimmer.

Ein paar Zahlen:
94.5 km gefahren
Schönes, heisses Wetter
18°C min. Temp
36°C max. Temp
24°C durchsch. Temp
64 m positive Höhendifferenz
105 m negative Höhendifferenz
20.4 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
31.0 km/h max. Fahrgeschwindigkeit

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Kommentare: 5
  • #1

    Katja Rezny (Dienstag, 25 Juni 2019 23:24)

    Ich hoffe, dass du trotz des Trubels nebenan schlafen kannst. Ich wünsche dir weiter eine gute Fahrt und pass auf dich auf

  • #2

    eMänu (Mittwoch, 26 Juni 2019 01:35)

    Hoi Tinu
    Was hat es denn mit dem Camper auf einem der Bilder auf sich? Reiner Zufall oder hast du mit ihm gesprochen? Geniesse deine Reise, es soll bald wieder etwas kühler werden und dann musst du nicht in aller Herrgottsfrüh aus dem Bett fallen :)
    Liebe Grüsse

  • #3

    Urs Stucki (Mittwoch, 26 Juni 2019 13:59)

    Ich liebe deine Berichte. Schon dafür lohnt sich das Aufstehen am Morgen.
    Aber das mit dem pinken Flamingozimmer gitb mir schon ein bisschen zu denken :-)

  • #4

    Tinu (Mittwoch, 26 Juni 2019 17:40)

    @eMänu
    Da hat ein/eine Fahrradfahrerin übernachtet. Ich habe aber niemanden gesehen, so habe ich kurz von der Beobachtungsplattform ein Foto geschossen und bin dann weiter.

  • #5

    Tinu (Mittwoch, 26 Juni 2019 17:42)

    @Katja
    die haben ganz früh geschlossen, dann war ruhig :-)