Vor 29 Jahren war es wie heute am 5. August sehr warm. Thesi und ich schwitzten in
unseren schönen Hochzeitsbekleidungen und beide waren wir gespannt und nervös was uns dieser Tag alles bringen würde.
Heute Morgen war ich definitiv entspannter aufgewacht als vor 29 Jahren und so verliess ich um 07:45 Uhr das Gästehaus Linde in Ingolstadt. Da am Sonntag die meisten Lebensmittelgeschäfte
geschlossen haben, hatte ich mich schon gestern mit genügend Flüssigkeit eingedeckt.
Man merkte gut dass Sonntag war, ausser Jogger und Gassi führende Hundebesitzer sind kaum Leute auf der Strasse anzutreffen. Die heutige Stecke führte grösstenteils über Land. Die Donau sah ich
nur ganz selten, auch war ich oft auf der Hinterseite des Schutzdammes. Trotz der Fahrt über die weiten offenen Felder, war die Temperaturen erträglich. Der Himmel war meistens durch Schleierwolken leicht bedeckt und
diese schirmte die grösste Hitze ab.
Auf meinem Weg kam ich an einem grossen Gutsbesitz bei Neuburg und ca. einen Kilometer weiter am Jagdschloss Grünau vorbei. Alles sehr schön gepflegt und in die Landschaft eingepasst.
Etwas später fuhr ich auf dem Schotterweg, links der Donaudamm, rechts Wald. Da taucht vor mir eine Herde mit Schafen und Ziegen auf. Die Schafe fressen Gras und die Ziegen strecken sich in die
Höhe und reissen die Zweige und Blätter von den Bäumen. Die ganze Herde bewegt sich auf mich zu. Ausweichen kann ich nicht und umkehren will ich nicht. Also halte ich an, zücke mein Handy und
filme und fotografiere wie die Herde links und rechts an mir vorbei zieht. Ihr Interesse an mir ist nicht sonderlich gross, nur das eine oder andere Schaf schnuppert an meinen Taschen und merkt
schnell, das ist nichts für ein Schaf. Als die Herde vorbei gezogen war sprach ich noch kurz mit dem Schäfer, welcher mit seinen zwei Hunden gemütlich oben auf dem Damm die Herde begleitete.
Alles in allem seien es 300 Schafe und Ziegen. Er ziehe dem Damm entlang und habe weitere Weiden hier in der Umgebung und nein er sei kein Wanderhirte, sie seien hier sesshaft.
Nebst den heutigen flachen Teilstücken, waren auch ein paar happige Hügel zu bezwingen. Dies war aber nach den letzten Tagen nur flach eine Abwechslung für meine Beinmuskulatur.
Heutiges Tagesziel war Donauwörth. Ich staunte ab der schönen Altstadt. Als wären sämtliche Häuser neu gestrichen und mit Blumenschmuck behangen worden.
Donauwörth ist Hauptstandort von Airbus Helicopters in Deutschland und der zweitgrößte Standort weltweit. Hier werden nicht nur die H135 und die
H145 entwickelt, produziert und vermarktet, sondern auch der Unterstützungshubschrauber Tiger UHT sowie der Transport- und Marinehubschrauber NH90 für die Bundeswehr und weitere Kunden. Hier
arbeiten laut Internetseite 800 Ingenieure im Entwicklungszentrum. Es sei das Kompetenzzentrum für die Hubschraubertechnik der Zukunft in Deutschland. So erstaunt auch nicht, dass im
Strassenkreisel ein Hubschrauber als Kreiselobjekt aufgestellt wurde.
Die gestrige und heutige Fahrt über Feldwege hat auch Spuren am Fahrrad, den Packtaschen und mir hinterlassen. Wir alle waren so richtig staubig. Neben meinem heutigen Hotel befindet sich eine
Autowaschanlage mit Sprühlanzen und die nahm ich kurzerhand in Betrieb. Das self-check-in Hotel „Stadthotel Donauwörth“ ist neu, mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge direkt vor dem Hoteleingang
und einer mit grossen Lettern beschriftete „Fahrradgarage“. Dumm nur, diese Garage lässt sich mit meinem Badge nicht öffnen. Nach mehreren Versuchen gab ich es auf. Da mein Fahrrad nach der
Wäsche blitzeblank vor sich hin strahlt, nehme ich es mit auf mein Zimmer.
Ein paar Zahlen:
67.0 km gefahren
leicht bewölkt, heiss
20°C min. Temp
31°C max. Temp
25°C durchsch. Temp
266 m positive Höhendifferenz
260 m negative Höhendifferenz
18.7 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
53.8 km/h max. Fahrgeschwindigkeit
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