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#30 Durch die Wachau

Die letzte Nacht war warm. Ich habe wohl gut geschlafen, aber die ganze Nacht vor mich hin geschwitzt. Die hohen Temperaturen haben nun auch die Donau erreicht und es soll noch wärmer werden.
Das bedeutet für mich, ich muss meinen Rhythmus beibehalten. Früh aus den Federn, zeitig losfahren um nach dem Mittag das Tagesziel erreicht zu haben. Nur so kann ich einigermassen die hohen Temperaturen beim Radfahren umgehen.
Ich fuhr heute durch die Wachau. Die Trauben, Äpfel, Marillen und Birnen hangen schon schwer an ihren Zweigen und ich als Laie denke, es wird ein gutes Jahr für die Bauern geben.
Melk wurde durch amerikanische Touristen überschwemmt. Mehrere Schiffe der VIKING Line hatten am Hafen angelegt. Selbe VIKING Schiffe mit den Ami Touris traf ich in Budapest, Bratislava und Wien. Entweder verfolgen wir einander oder die VIKING Line hat so viele Schiffe, dass ich immer wieder auf sie treffe.
Bei der Anlegestelle hat ein älterer Herr seinen Tisch mit gebrannten einheimischen Wasser aus der Wachau angeboten. „Na kumm nimm an Schluck“ hat er mir zugerufen. Ich habe angehalten und ihm erklärt, dass Schnaps zum Radfahren nicht das geeignete Dopingmittel sei. Er solle aber seine Wasser den vielen Amerikaner anbieten. Da meinte er nur, dass die US-Luftsicherheitsbehörde ihm mit ihren Sicherheitsregeln das Geschäft vermiesen. Ich wünschte ihm gleichwohl gute Geschäfte und radelte weiter Strom aufwärts.
Gestern habe ich ja von den drei Fahrrad-Frauen geschrieben. Heute Morgen beim Aufwachen dachte ich mir wie dumm ich eigentlich bin. Die drei mühen sich mit der Routenplanung auf ihren Handys ab und fotografieren meine Karte, dabei benötige ich diese Karte der Steiermark und Salzburg nicht mehr, trage sie aber als zusätzliches Gewicht mit mir herum. Vielleicht treffe ich sie heute noch einmal, dann kriegen sie die Karte. Und wen treffe ich kurz vor Ypps, ja genau die drei welche eine Pause machen. Das Hallo war gross und es wurde noch grösser als ich ihnen meine Karte schenkte. Gestern hatte ich zwei falsche Herkunftsländer in den Blog geschrieben, dies habe ich heute korrigiert. Sie stammen aus den Länder Polen, Peru und Norwegen. Eine gemischte Truppe die hier zusammen unterwegs ist. Aus den Gesprächen entnehme ich, dass die Polin Agata schon weit mit dem Fahrrad herumgekommen ist. Japan, Südamerika, Skandinavien sind Gebiete welche mir noch in Erinnerung geblieben sind. Sie kennt sich mit Fahrrädern aus und hat sofort erkannt wie gut ich ausgerüstet bin. Sofort wurden Fotos der einzelnen Komponenten geschossen und Herkunft und Preis erfragt. Eine Radlerin wurde gebeten ein Gruppenfoto von uns zu schiessen und schon wünschte man sich zum zweiten Mal alles Gute, Unfall freie Fahrt, keine Pannen und viele interessante Begegnungen auf der langen Reise. Und so trennten sich unsere Wege wieder.
Nach dem Mittag musste ich noch ca. 10 Kilometer ohne Schatten über Land fahren und nun wurde es richtig warm. Zum Glück war der Landgasthof Sengstbratel in Wallsee schnell erreicht und die kühlende Dusche in Betrieb genommen.

 

Ein paar Zahlen:
99.0 km gefahren
leicht bewölkt, warm bis heiss
20°C min. Temp
36°C max. Temp
27°C durchsch. Temp
215 m positive Höhendifferenz
158 m negative Höhendifferenz
21.1 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
36.0 km/h max. Fahrgeschwindigkeit

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Emanuel (Mittwoch, 08 August 2018 21:52)

    Ich kann den Blog #29 nicht finden - hast du den nicht mehr publiziert nach den Änderungen?

    Super hat das wegen der Karte noch geklappt - so konntest du allen eine Freude machen (inkl. dir) :)