Am Morgen startete ich meine Fahrt um sieben Uhr und fand die kleinen Strässchen raus aus Graz auf
Anhieb. Dank der seriösen Vorbereitung von gestern aber auch dank der modernen Technik (Navi) war dies kein Meisterwerk. Ich liess die Vorortquartiere von Graz hinter mir und sah mich auf einmal
in einer Gegend, welche ich exakt vor vierzehn Tagen auch vorfand. Es erinnerte mich daran wie ich Bern verliess und hinein ins Emmental fuhr. Die Hügel, die Wälder, die Felder wie im Emmental.
In den Dörfer hingen die Plakate, welche auf all die Sommer Aktivitäten hinweisen, jedes Wochenende ein “Chäferfest“. Ich hatte gerade wieder einen der Hügel erklommen und fuhr etwas ausser Atem
durch die Gemeinde Kainbach bei Graz. Es war acht Uhr und vor dem Feuerwehrmagazin sassen fünf bis sechs Feuerwehrleute und liessen sich die aufsteigende Sonne ins Gesicht scheinen. Als sie mich
sahen kamen natürlich sofort ein paar Sprüche „was machst denn du für eine Weltreise“, „du leuchtest in gelb, dich sieht man auf jedenfall“. Ich konnte nicht anders, kehrte um und fuhr zum
Feuerwehrdepot. Die Jungs waren gut drauf und wir verstanden uns auf Anhieb. Ob sie einen Einsatz hatten wollte ich wissen, nein sie hätten die ganze Nacht Brandwachtdienst bei einem Fest gehabt
und hätten nun Feierabend. Das eine Wort gab das andere und als ich dann sagte, dass ich bei der Berufsfeuerwehr Bern arbeite (arbeitete, muss mich immer noch an diese Redewendung gewöhnen) war
die Freude gross. Natürlich musste ein Foto geschossen werden und dies vor dem im Herbst 2017 in Betrieb genommenen HLF 4. Ein Volvo auf GIMAEX Aufbau, der ganze Stolz der FFW Kainbach und dies
zurecht. Danke an Johannes, Joachim, Markus, Patrick und Georg für die gemütlichen und fröhlichen Minuten welche wir miteinander verbringen durften.
Die Fahrt ging weiter durchs „Emmental“ aber allmählich weitete sich das Gelände. Die Hügel wurden flacher, die Felder grösser und man merkte wie sich die Landschaft veränderte. Dann überfuhr ich
die erste Grenze. Von der Steiermark wechselte ich ins Burgenland dies aber nur für ein paar Kilometer, dann kam schon die Landesgrenze zu Ungarn.
Die Leute in Ungarn sind sehr freundlich und grüssen. Einige winken zum Autofenster heraus, ob sie denken „was für ein Spinner“ oder „der macht das gut“ entzieht sich meiner Kenntnis. Aber auch
die Storchenfamilie in ihrem Nest auf dem Strommast, wirft mit schrägen Köpfen ein Auge auf mich. So nach dem Motto, „dieses gelbe Ding ist aber hier noch nie vorbeigekommen“. Die Strassen sind
extrem schlecht. Ich muss aufpassen, dass mir der Lenker nicht aus den Händen geschlagen wird. Konzentration auf die Strasse nicht auf die Störche. Es reicht aber dennoch, auch die Häuser zu
begutachten. Es hat sehr viele Einfamilienhaussiedlungen, dabei fällt auf wie different die Häuser sind. Schmucke und gepflegte Häuschen mit bunten Blumen und gemähtem Rasen, daneben ein
vermutlich seit Jahren im Rohbau stehendes graues Ding, welches bewohnt ist den Garten aber voller Bauschutt hat. Dann die villenartigen Häuser mit riesigem Umschwung, sehr gepflegt einfach top.
Man sieht alles.
Mein Weg führte heute über 118.5 Kilometer von Graz über Kainbach - Wilfersdorf - Gleisdorf - Markt Hartmannsdorf - St. Kind - Söchau - Loipersdorf - Königsdorf - Ungarische Grenze -
Szentgotthard - Rabagyarmat - Ratot bis nach Körmend und dabei habe ich die 1'000 Kilometer Marke geknackt.
Ein paar Zahlen:
118.5 km gefahren
sonnig und heiss
16°C min. Temp
34°C max. Temp
24°C durchsch. Temp
585 m positive Höhendifferenz
722 m negative Höhendifferenz
19.1 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
47.2 km/h max. Fahrgeschwindigkeit
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Katja Rezny (Sonntag, 15 Juli 2018 22:20)
Wenn du so weiter fährst, sehen wir uns wenn wir Therese besuchen.
Margaretha (Montag, 16 Juli 2018 12:17)
1/3 Deiner geplanten Reise ist also km mässig geknackt. Das hast Du ja locker geschafft. Aufpassen auf den schlechten Strassen in Ungarn. Vielleicht kommen auch noch bessere im Unterhalt....Häb Sorg zueder. Witterhin gueti Fahrt !!!! Liebi Grüess vom Aareufer wo im Momänt wird badet wird. Mimmu