Der heutige Donnerstag führte mich über folgende Strecke; Strettweg bei Judenburg - Zeltweg - Spielberg - Knittfeld - Kobenz - Kraubath an der Mur - Schladnitz - Leoben - Bruck an der Mur -
Pernegg an der Mur. Die Kilometer waren einfach zu fahren und die Strecke hat mir einiges an Attraktionen geboten.
Angefangen beim Red Bull Ring in Spielberg, dieser Abstecher musste sein. Eingebettet in hügeliges Waldgebiet ist der Red Bull Ring von weitem fast nicht auszumachen. Nur die Parkplätze,
Campingplätze (welche alle leer standen) und zum Schluss die grosse und moderne Haupttribüne weisen darauf hin, dass da was sein könnte. Kommt man der Strecke jedoch auf ein paar hundert Meter
nahe, hört man die dröhnenden Motoren, die Fehlzündungen beim Schaltvorgang und das Quietschen der Reifen, wenn sie in den Kurven überstrapaziert werden. Ich hatte freien Zugang zu den Tribünen
und konnte dem Treiben zuschauen. Bei den Fahrzeugmarken war ich mir nur bei den Porsches sicher. Es fuhren weiter ein offener Rennwagen, welcher als Doppelsitzer ausgestattet war, dann
vermutlich Formel 3 Rennautos und ein Fahrzeug welches wie ein Lamborghini aussah. Aber um da sicher zu sein, war ich zu weit von den Fahrzeugen entfernt. Sie drehten ihre Trainingsrunden, bis
ein Porschefahrer die Physik zu stark strapazierte und einen Abflug Richtung Leitplanken vollführte. Wenige Meter vor dem Aufprall griff die Physik wieder und das Fahrzeug blieb entgegen der
Fahrrichtung stehen. Sofort wurde der Rennbetrieb eingestellt und ein Rescue Fahrzeug fuhr heran und zog den Pechvogel wieder auf die Strecke.
Ich hätte dem Treiben noch stundenlang zusehen können, aber ich wollte heute ja noch einige Kilometer zurücklegen.
Soweit kam ich aber nicht. Schon in Knittelfeld wurde meine Fahrt durch die Polizei gestoppt. Polizeihubschrauber in der Luft, mindestens zehn Polizeifahrzeuge auf der Strasse, Polizeimotorräder
in Reih und Glied und grimmig dreinschauende Polizisten auf jeder Kreuzung. Ich fuhr zu einem Polizisten um zu fragen was denn los sei. Nachdem er mich freundlich aber barsch darauf hingewiesen
hat, dass es hier für mich kein Durchkommen gibt, sagte er „Österreichische Landesrundfahr“ das war alles was er über seine Lippen brachte. Gut, ich kenne ja das Prozedere der TdS oder der TdF
aus Bern bestens. Es heisst warten und dem Treiben zuschauen. Nach ein paar Minuten war es auch schon soweit, der Tross, vorab mit Polizeiautos dann Kamera-Motorräder, die Rennfahrer, wieder
Kamera- und Presse-Motorräder, Polizei, Mannschaftswagen beladen mit Ersatzfahrräder, Polizeimotorräder, zwei Rettungswagen, Polizeifahrzeuge und zum Schluss noch die Mannschaftsbusse. Das Ganze
dauerte ca. zehn Minuten dann war der Spuk vorbei und die Polizisten schauten nicht mehr so grimmig drein.
Mein Weg führte weiter Richtung St. Michael in der Obersteiermarkt. Auf einmal war da dieser Geruch in der Luft. Ein Geruch den ich aus jahrelanger Berufserfahrung kenne. Beissender Rauchgeruch,
ich schliesse auf Pneus, Abfall, Kunststoff oder ähnliches welches irgendwo brennt. Ich fahre durch ein Waldstück, biege um eine liks Kurve und sehe einen Recycling-Betrieb aus dem es leicht
raucht. Ich sehe aber gleich, dass der Einsatz nahezu abgeschlossen ist, denn die Träger der Stahlhallen sind schwarz und verbogen. Dächer gab es eh keine mehr, die sind eingestürzt. Überall
Feuerwehrschläuche, eine Autodrehleiter, ein Tanklöschfahrzeug und Feuerwehrleute welche mit Nachlöscharbeiten beschäftigt waren. Ja Jungs, ihr hattet wohl eine schlimme Nacht, machets guet u
häbet Sorg.
Folgenden Eintrag fand ich später im Internet:
"Brand aus" nach Großbrand im Recycling-Betrieb, 19 Feuerwehren, 130 Einsatzkräfte mit 32 Fahrzeugen
kämpften Mittwoch seit den Morgenstunden in St. Michael gegen die Flammen an. Auch in der Nacht wurde weiter gelöscht. Verletzte gab es nicht.
Nach 91 Kilometer fand ich im Gästehaus
des Wirtshauses Ritsch in Pernegg an der Mur ein Nachtquartier.
Ein paar Zahlen:
91 km gefahren
sonnig, leicht bewölkt
13°C min. Temp
30°C max. Temp
22°C durchsch. Temp
527 m positive Höhendifferenz
767 m negative Höhendifferenz
19.0 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
?? km/h max. Fahrgeschwindigkeit
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Chrige u Thomas (Freitag, 13 Juli 2018 08:53)
Guets mörgeli Martin. Du hesch de geschter e churzwilige u Erläbnisriche Tag gha. Mir wünsche dir witerhin gueti Fahrt. Liebe gruess us Gäuterfinge