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#11 Vom Land Salzburg in die Steiermark

Es ging heute wieder früh aus den Federn, denn ich musste den Bus nach Obertauern rechtzeitig erreichen. Ich habe beschlossen für den Abschnitt vo Radstadt auf den Tauernpass, welcher auf 1’750 müM liegt, nicht selber zu fahren. So bestieg ich um 07:38 Uhr mit ein paar Berggängerinnen den Bus.
Für einmal hatte ich blauen Himmel. Die Sonne versteckte sich aber noch hinter den Berggipfeln und so war die schnelle Talfahrt nach Tweng eine kühle Angelegenheit. Erst im Tale bei Tamsweg dauten meine klammen Finger wieder langsam auf.
Durch Tamsweg fliesst die Mur und diesem Murradweg werde ich nun bis Graz die nächsten 200 Kilometer folgen. Der Weg führte vorbei an saftigen, bunten Blumenwiesen, durch Wälder, Dörfer und natürlich der Mur entlang, welche relativ gemütlich dahinfliesst. Bei Predlitz überquerte ich die Grenze vom Land Salzburg in die Steiermark. Mir ist mit dem Wechsel vom Pongau gestern, in’s Lungau heute aufgefallen wie sich die Bauernhöfe verändert haben. Gestern waren sie alle top gepflegt mit einem schönen Baustil, alle mit dem Türmchen, schöne Geranien und kurz geschnittenen Rasenflächen. Heute nun eher Zweckbauten, zwar mit Geranien und Blumen, aber der Baustil sehr nüchtern gehalten.
Der Himmel verdunkelte sich immer mehr und am Mittag setzte dann ein Gewitter ein. Zum Glück dauerte es nicht allzu lange und ich konnte die Fahrt ohne Regenzeug wieder aufnehmen.
Der Mur entlang führt eine Eisenbahnstrecke. Ich kenne mich da nicht genau aus, aber es sieht nach einer Schmalspurbahn aus. Mit Diesel betrieben wackelt der kleine Zug durch die Dörfer und pfeift alle paar Meter da es keine Sicherheitsschranken gibt. In Mauer fuhr ich am Bahndepot vorbei und was steht dort, eine alte Dampflokomotive unter Dampf. Kein Lockführer oder Heizer weit und breit. So zücke ich mein Handy und schiesse ein paar Fotos. Dann steige ich in den Führerstand ziehe an den Hebeln und bringe das Ding zum Fahren. Halt, stopp nur ein Witz. Nicht dass wieder wie bei der Geschichte mit der Inntal-Autobahn falsche Gerüchte aufkommen :-)
Beim Namen Murradweg könnte man meinen, dass dieser Weg schön flach der Mur entlang führt. Dem ist nicht so, immer wieder sind Steigungen eingebaut. Die Steigungen wären prinzipiell nicht ein Problem aber es ist ihre abrupte Steilheit. Oft nur wenige Meter lang aber man fährt wie in eine Steilwand hinein. Zum Glück habe ich eine Rohloff Schaltung welche auf kürzestem Weg das Herunterschalten in den kleinsten Gang am Drehgriff erlaubt und dabei nicht versagt.
Nach über hundert Kilometer denke ich es sei genug für heute und da taucht gerade zur rechten Zeit ein Schlösschen auf. Freie Betten, tönt doch gut. Hotel Märchenwald. Tatsächlich es ist ein Spielparadies für Kinder. Aber was soll’s, in Anbetracht der schwarzen Wolken die sich nähern checke ich hier ein.
Morgen Mittwoch soll es verbreitet regnen, so halte ich mir die Option offen nach fünf Tagen Fahrrad fahren einen Ruhetag einzuplanen.

 

Ein paar Zahlen:
104.77 km gefahren
bewölkt, mit Aufhellungen, am Mittag kurz Regen
09°C min. Temp
28°C max. Temp
20°C durchsch. Temp
641 m positive Höhendifferenz
1’661 m negative Höhendifferenz
19.7 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
61.7 km/h max. Fahrgeschwindigkeit

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Wenger Elisabeth und Franz (Mittwoch, 11 Juli 2018 09:18)

    Wieder einmal ein Wechselbad der Temperaturen hinter dir. Schon das braucht Energie. Die Bauernhöfe sehen wahrhaftig düster und grau aus�. An was liegt das wohl? Dafür sind die Pensionen einladend und fantasievoll. Wir finden es super wenn du nicht meinst um jeden Preis alles mit dem
    Fahrrad bewältigt zu müssen. Ist sehr vernünftig in deinem Alter�. Nun haben wir uns sogar eine Oesterreichkarte angeschafft damit wir dich besser verfolgen können����.

  • #2

    Uts & Karin (Mittwoch, 11 Juli 2018 11:59)

    2 Tage Märchenwald und Kinderparadies ist doch das Richtige zum Erholen. �.
    Geniess es...