Heute Montag 9. Juli 2018, ist die Route wie folgt geplant Bruck - Taxenbach - Lend -
Sankt Johann im Pongau - Wagrain - Altenmark - Radstadt.
Bevor es aber losging musste ich im MAXI Markt noch eine schlaue Strassenkarte kaufen. Die „schlauste“ die es gab war eine Autokarte 1:200'000. Wie man sich vorstellen kann, ist die
Detailgenauigkeit nicht gerade optimal, aber man sieht wenigstens den nächsten grösseren Ort und in welche Richtung der liegt. Ich kann nur hoffen, dass mein Navi nicht aussteigt.
Ausgeruht und mit der Vorfreude was dieser Tag alles bringt, bin ich der Salzach entlang geradelt. Schöne Erinnerungen an unsere Ferien mit Walser vor gut 25 Jahren am Zeller-See und an das River
Rafting eben in dieser Salzach kamen hoch. Ich konnte mich sogar wieder an die Strecke erinnern welche wir damals todesmutig paddelnder weise bezwungen hatten.
Der Radweg zweigt von der Nebenstrasse ziemlich steil nach oben ab, aber halt der ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Ich frohlocke, denn die Nebenstrasse führt gemütlich der Salzach entlang Richtung
Schwarzbach im Pongau. Ein paar Kilometer später, die Nebenstrasse führt auf die Bundesstrasse und die Bundesstrasse durch Tunnel die für Radfahrer gesperrt sind. Somit Umleitung. Der Anstieg
welcher beim vorherigen Baustellensignal steil aussah, war gegen den vor dem ich nun stand ein Nasenwasser. Leider hat meine Schaltung beim 1. Gang dann aufgehört, nach unten kam nichts mehr. Was
ich aber schon gelernt habe, langsam kommt man auch forwärts. Also stetig tschauppe, vor sich häre schwitze, e chli flueche (wüus guet tuet) und so wurden die paar Kilometer bis zum höchsten
Punkt irgendwie geschafft.
Auf der anderen Seite ging es fast so steil wieder runter. Was ich nicht wusste, genau durch diese Steigung hinauf (also in meine Gegenrichtung) führt der Alpe-Adria-Radweg. Und es kamen mir
aufeinmal zehn, zwanzig und mehr Fahrradtouristen mit bepackten Fahrräder entgegen. Die meisten mussten ihre Räder mit hochrotem Kopf schieben. Darunter Frauen mit E-Bikes und Packtaschen sie
schoben wie ein Ochse vor dem Karren zieht und dahinter ihr Mann der in die Packtaschen der Frau beisst und mit hilft beim schieben. Traurige Bilder, traurige Bilder.
Dann kommt ein jüngerer mit sehr viel Gepäck. Ich bremse leicht ab und sage ihm, dass es nicht mehr weit bis oben sei. Er gibt mir zu verstehen, dass er nicht deutsch spreche. Ich halte an und
wir einigen uns auf englisch. Auch er ist auf der Alp-Adria Tour kommt aber von Schweden mit dem Fahrrad. Der sieht nicht aus wie ein Schwede, klein, braungebrannt, dunkle Haare. „No no Italiano“
und zeigt auf seinen blauen Helm „Azzurri“. Ich verkneife mir einen Scherz über die Fussball WM. Er lebt in Schweden und hat sich nun mit dem Fahrrad auf den Heimweg gemacht. Schweden -
Dänemark - Hamburg - Prag - Passau - Salzburg - und jetzt hier. Wir tauschen uns noch eine ganze Weile aus und dann geht’s weiter, er südwärts ich gegen Osten.
Zwischen Sankt Johann im Pongau und Altenmarkt im Pongau muss die Wagrainhöhe noch erklommen werden. Auch diese schaffe ich nach einer Stunde Aufstieg und geniesse die anschliessende Abfahrt.
Ganz nach dem Motto „Was du rauffährst fährst du auch wieder runter, oder auch umgekehrt“.
Heute übernachte ich in Radstadt im Hotel Stegerbräu.
Ein paar Zahlen:
65.85 km gefahren
bewölkt, mit Aufhellungen
13°C min. Temp
28°C max. Temp
20°C durchsch. Temp
728 m positive Höhendifferenz
618 m negative Höhendifferenz
15.9 km/h durchsch. Fahrgeschwindigkeit
44.0 km/h max. Fahrgeschwindigkeit
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Wenger Elisabeth (Dienstag, 10 Juli 2018 11:50)
Du schreibst von Begegnung. Da kommt mir spontan ebenfalls eine lustige
Begegnung mit 2 Amerikanerinen in den Sinn. Die zwei Frauen haben sich in Meersburg zu uns auf eine Bank gesetzt. Die eine Frau hatte in der rechten Hand eine Merinque gehabt und in der linken ein Stück Apenzellerkäse. Abwechslungsweise ass sie davon. Ich konnte es natürlich nicht lassen und machte sie aufmerksam, dass man hier den Käse mit Brot esse und die Merinque mit geschlagenem Rahm. Aber den Rat wollte sie nicht ausprobieren weil es so hervorragend schmecke. Wir tauschten noch einige Begebenheiten aus und lachten zusammen über Erlebnisse. Dann radelten die zwei weiter Richtung Füssen. Ei ne davon war Aerztin in New York. Wir setzten unsere Fahrradtour ebenfalls fort. �